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Billiger ist nicht immer besser

Europäisches Parlament fordert Konsequenzen aus Fabrikbränden in Bangladesch und Pakistan

Nach mehreren verheerenden Bränden in Textilfabriken im Süden Asiens, denen zuletzt im November letzten Jahres bei einem Brand in der Tazreen Fabrik in Bangladesch 112 Textilfabrikarbeiterinnen und -arbeiter zum Opfer fielen, forderte das Europäische Parlament am Donnerstag in Straßburg auch europäische Unternehmen und Verbraucher dazu auf, Konsequenzen zu ziehen.
„Jeden Tag könnte sich erneut eine Katastrophe ereignen. Fehlender Brandschutz, miserable Entlohnung und Überstunden stehen in vielen Textilfabriken in Bangladesch auf der Tagesordnung. Dennoch stehen nicht nur die Behörden in Bangladesch in der Verantwortung, sondern auch die Auftraggeber und die Politik hierzulande. Gewinnmaximierung durch die Gefährdung von Menschenleben darf es nicht geben“, stellte die SPD-Beschäftigungsexpertin Jutta STEINRUCK klar.
Etwa 5.000 Textilfabriken beschäftigen allein in Bangladesch über drei Millionen Arbeiter. Gleichzeitig ist das Land der weltweit zweitgrößte Exporteur von Textilprodukten, hauptsächlich nach Europa und in die USA.
Die rheinland-pfälzische Europaabgeordnete Jutta STEINRUCK betonte daher die besondere Verantwortung der EU: „Europäische Unternehmen und Verbraucher müssen Verantwortung übernehmen für die Produkte, die in Drittländern hergestellt werden. Baumwolle darf nicht mit Kinderarbeit in Usbekistan geerntet werden, dann in Bangladesch oder Pakistan unter unwürdigen Bedingungen zu Kleidung weiterverarbeitet werden, und schließlich zu kleinen Preisen aber mit großem Profit für Markenhersteller und Discounter bei uns über die Ladentheke gehen. Billiger ist nicht immer besser!“
Die SPD-Abgeordnete verlangte deshalb von der EU-Kommission, europäische Unternehmen zu verpflichten, regelmäßig über ihre Aktivitäten im Bereich der sozialen Verantwortung Bericht zu erstatten. „Die Transparenzanforderungen, die es für die wirtschaftliche Tätigkeit von Unternehmen schon lange gibt, müssen endlich auch für Arbeits- und Sozialstandards eingeführt werden. Hier sollte sich die gesamte europäische Industrie kooperativ zeigen und den Wettlauf um die billigsten Standorte endlich beenden“, forderte Jutta STEINRUCK.
Gleichzeitig riefen die Abgeordneten Bangladesch und Pakistan dazu auf, die Umsetzung internationaler Arbeitsstandards zu gewährleisten. „Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen für Beschäftigte, egal in welchem Land sie arbeiten, müssen garantiert werden. Das geht nur, wenn Arbeitnehmervertretungen, vor allem unabhängige Gewerkschaften, vor Ort gestärkt werden und die Einhaltung von Sicherheits- sowie Gesundheitsvorschriften kontrolliert wird“, so Jutta STEINRUCK.

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