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Ausbeuterische Beschäftigungsbedingungen im Flugsektor unter der Lupe

Nachdem wir im Januar bereits eine Veranstaltung zusammen mit der European Cockpit Association (ECA) abgehalten haben, ist das Problem ausbeuterischer Beschäftigungsmodelle erneut Thema im Europäischen Parlament. Am Donnerstag wird dazu eine Anhörung im Ausschuss für Beschäftigung und Soziales (EMPL) mit Präsentationen von Seiten der Cockpit- und Kabinencrewmitglieder geben.
Aufgrund des zunehmenden Konkurrenzdruckes in der Luftfahrt, versuchen Niedrigpreis-Fluggesellschaften die Kosten für ihre Pilotinnen massiv zu senken. PilotInnen werden dabei nicht mehr direkt bei der Fluggesellschaft angestellt, sondern über Arbeitsvermittlungsagenturen rekrutiert. Die treibt PilotInnen in scheinselbständige Anstellungsverhältnisse und hilft in erster Linie einigen Fluggesellschaften bei der Vermeidung von Sozialabgaben.

Ein besonders perfides Beschäftigungsmodell stellt sicherlich die „Pay-to-Fly“ Praxis dar. Junge, bereits ausgebildete PilotInnen müssen hier für ihre Flugstunden bezahlen (bis zu 50.000 Euro), um Erfahrungen beim Flug andere Flugzeugtypen zu sammeln. Dies führt bereits zu Beginn der Laufbahn zu einem hohen Schuldenberg, der Existenzängste schürt und jungen PilotInnen massiv unter Druck setzt. Daraus ergibt sich ein potentielles Risiko für die Flugsicherheit: Der finanzielle Druck treibt PilotInnen dazu einen Flug anzutreten, auch wenn dies der gesundheitlichen Zustand nicht gebietet.

Zusammen mit meinen KollegInnnen Gabriele Preuß, Evelyn Regner und Ismail Ertug habe ich eine schriftliche Anfrage an die Kommission gestellt mit der Frage, ob diese ausbeuterischen Ausbildungspraktiken im Luftfahrtsektor überprüft werden.

Auch ihr könnt aktiv werden indem ihre diese Petition zur Beendigung von „Pay- to-Fly“ online unterschreibt: https://secure.avaaz.org/en/petition/p2f_must_stop/

Weitere Hintergundinformationen in englischer Sprache findet ihr hier und hier.

 

 

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