Die Gesellschaft schrumpft und wird älter. Mit weniger Menschen und einer massiv verändertern Altersstruktur drohen negative Folgen für die Infrastruktur und die Menschen in vielen Regionen. Es zeichnen sich Engpässe bei Fachkräften, in der Pflege und bei altersgerechten Wohnungen ab. Gleichzeitig erleben wir einen beispiellosen Zustrom von Flüchtlingen im jungen Alter. Ergibt sich daraus eine Chance, den demographischen Wandel abzufedern? Darüber habe ich am Montagabend im Rahmen der demographischen Woche Rheinland-Pfalz diskutiert.

Bei allen Spekulationen über die Be- oder Entlastung des Rentensystems, darf die Not und das Leid der Flüchtenden nicht instrumentalisiert werden! Menschen flüchten, weil sie in ihren Herkunftsländern unterdrückt, verfolgt und ermordet werden und/oder keine Chance auf eine Zukunft haben.

Die jetzige Gesetzeslage zeigt, dass Eigeninitiative der Flüchtlinge kaum möglich ist und AsylbewerberInnen zu oft vom Asylbewerberleistungsgesetz abhängig sind, da sie nicht arbeiten dürfen. Wir brauchen deshalb einen rechtssicheren Aufenthalt vor, während und nach erfolgreichem Abschluss einer beruflichen Ausbildung. Momentan sieht es hier nämlich so aus, dass viele Unternehmen kein Risiko eingehen wollen, da Flüchtlinge auch während der Lehre abgeschoben werden können. Die Firmen bleiben dann auf den Ausbildungskosten sitzen. Wenn hier die Arbeitsintegration vorangetrieben wird, ergeben sich auch Chancen den Fachkräftemangel auszugleichen.