Ich bin im sozial schwächsten Stadtteil meiner Heimatstadt Ludwigshafen aufgewachsen und dort lebe ich noch heute. Dort gehört es zum Alltag, dass Kinder ohne Essen in die Schule geschickt werden. Familien fehlt es an Geld, ihre Kinder im Sportverein anzumelden oder einen gemeinsamen Kindergeburtstag mit Freunden zu organisieren. Armut bedeutet immer auch Ausgrenzung, gerade bei Kindern! Klar ist, die Wirtschafts- und Sozialkrise und die Folgen der einseitigen und unverantwortlichen Sparpolitik haben hier für einen dramatischen Anstieg der Armut gesorgt.

Wie kann die Europäische Union darauf reagieren? Wir SozialdemokratInnen haben heute bei einer Konferenz im Europäischen Parlament unsere Initiative einer „Kindergarantie“ vorgestellt. Es handelt sich dabei um einen Sonderfonds, der Finanzmittel bereitstellt, damit jedes Kind freien Zugang zu Bildung, dem Gesundheitssystem, Kinderbetreuung, angemessener Ernährung und Unterkunft bekommt. Das ist eine Investition in die Zukunft Europas: Alle Kinder und Jugendlichen haben gleiche Chancen, der Ausgrenzung zu entkommen und auf den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft integriert zu werden.

Die Präsentationen der DiskutantInnen zeichneten ein düsteres Bild. Demnach sind über 20% aller Kinder in Europa vom Armutsrisiko betroffen. Da bedeutet im Klartext, dass 20 Millionen Kinder leben in Familien leben, denen es tagtäglich an den nötigsten Dingen fehlt.

Nächste Woche stimmen wir ins Straßburg über die Resolution zur „Verringerung von Ungleichheit mit besonderem Schwerpunkt auf Kinderarbeit“ ab. Angeführt von meiner Kollegin Vilija Blinkevičiūtė hat die S&D Fraktion im Beschäftigungsausschuss unseren Vorschlag der Kindergarantie verankert. Höchste Zeit, dass wir den Kampf gegen Kinderarmut aufnehmen!

Meine Pressemitteilung dazu gibt es hier.