Frauen sind keine Arbeitskräfte zweiter Klasse

Equal Pay Day / Europa-SPD beharrt auf Beendigung der Lohndiskriminierung.

Frauen bekommen knapp 22 Prozent weniger Lohn in Deutschland als Männer – trotz gleichwertiger Arbeit. Betrachtet man das unbereinigte geschlechtsspezifische Lohngefälle, markiert der 19. März den Tag des Jahres, bis zu dem Frauen umsonst gearbeitet haben. Männer hingegen wurden bereits ab dem 1. Januar voll bezahlt.
Frauen müssen also in einem Jahr 79 Tage länger arbeiten, um das gleiche Lohnniveau zu erreichen. Das ist ein Skandal. Meine Kollegin Maria Noichl, frauenrechtspolitische Expertin und Europaabgeordnete, gibt zu bedenken, dass das ein Skandal und eine Diskriminierung sei , an der sich seit Jahren kaum etwas geändert hätte, und das obwohl sie bereits seit Jahrzehnten gesetzlich verboten sei.

Trotz des gewachsenen Bewusstseins für diese Problematik bleibt der Wert von durchschnittlich 21,6 Prozent Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern nahezu konstant. Deutschland ist damit nach wie vor einer der europäischen Staaten mit der größten Ungleichheit bei der Bezahlung von Männern und Frauen. Nur in Estland (30 Prozent), Österreich (23 Prozent) und Tschechien (22 Prozent) gibt es einen noch höheren Unterschied. Die niedrigsten Werte findet man in Slowenien mit nur 3 Prozent sowie in Malta (5 Prozent) und Polen (6 Prozent). Die Kollegien Maria Noichl merkt weiter an, dass der Durchschnitt aller EU-Mitgliedstaaten mit derzeit 16 Prozent also weitaus niedriger als hierzulande liegt. In Rheinland-Pfalz stehen wir besser da als zum Beispiel Baden-Württemberg (26 Prozent), Bayern (24 Prozent) oder Hessen (23 Prozent).
Das diesjährige Motto des Equal Pay Days ist ‘Berufe mit Zukunft. Was ist meine Arbeit wert?‘. Die Arbeitswelt 4.0 bringt viele Chancen mit sich. Daher müssen wir uns die Frage stellen: Wie kann es uns gelingen, mehr Frauen für IT-Berufe zu interessieren und innerhalb dieser Branchen zu fördern? Rheinland-Pfalz und Industriestädte wie Ludwigshafen könnten hier eine Vorbildfunktion einnehmen. Dabei müssen wir darauf achten, dass sie nicht in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt werden. Frauen dürfen bei der digitalen Revolution nicht abgehängt werden.
Frauen sind generell eher in Bereichen mit geringer Entlohnung beschäftigt. Dazu gehören beispielsweise auch Pflege- und Betreuungsberufe. Maria Noichl findet, dass das was Frauen in diesen Bereichen und auch im Privaten leisten gesellschaftlich geschätzt, aber einfach nicht entsprechend entlohnt wird. Sie findet, dass es nicht sein kann, dass Frauen wöchentlich insgesamt mehr arbeiten als Männer, aber sich ihr Leben lang in finanziell schwierigen Situationen befinden: Denn liegt das geschlechtsspezifische Lohngefälle im Durchschnitt bei 22 Prozent, wächst es in Deutschland auf einen geschlechtsspezifisches Rentengefälle von fast 60 Prozent an! Maria Noichl sagt klar und deutlich, dass das weibliche Gesicht der Armut in Zukunft zu verhindern, liegt daher an der Politik und ihrer Durchsetzung von heute.

Die komplette Pressemitteilung gibt es auch hier auf der Website der SPD Europa zu lesen.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.