Am letzten Samstag traf ich mich in Oakland im Rahmen eines von der Gewerkschaft SEIU im Rahmen Kampagne „Fight for $15“ organisierten Events mit zahlreichen Mitarbeitern der Fast Food-Kette „McDonald’s“.

Erst im Januar durfte ich eine Gruppe amerikanischer Fast Food Mitarbeiter in Brüssel begrüßen. Brüssel ist in der Vergangenheit ein zentraler Ort für die Kampagne geworden. Ganz zu Recht fing hier die EU-Kommission an, die Steuerpraktiken von McDonald’s unter die Lupe zu nehmen.

Am runden Tisch in Oakland sprach ich nun mit den oft jungen Mitarbeitern über die Arbeitsbedingungen bei McDonald’s in den USA. Was sie berichteten, finde ich erschütternd: So arbeiten viele von ihnen nur auf Abruf, eine Krankenversicherung gibt es nicht und wird oft auch nicht vom Arbeitgeber bezahlt. Wer sich von den Arbeitnehmern gewerkschaftlich engagiert, wird unter Druck gesetzt. Hier werden Arbeitsrechte systematisch mit Füßen getreten.

Die US-Amerikanische Gewerkschaft SEIU hat mitihrer Kampagne „Fight for $15“ im Kampf gegen Dumping-Löhne und unmenschliche Arbeitsbedingungen in der Fast Food-Branche schon viel erreicht. So wurde heute bekannt gegeben, dass der Mindestlohn in Kalifornien auf 15 Dollar angehoben wird.

Was ist vom amerikanischen Geist noch übrig, wenn manvon seiner Arbeit nicht mehr leben kann? Der vielbesungene „American Dream“ ist das nicht – überleben kann man nur mit mehreren Jobsund manchmal reicht das Geld nicht einmal mehr für die Busfahrkarte.

Ich danke den jungen Mitarbeitern für ihre Offenheit im Gespräch und wünsche ihnen weiterhin viel Mut im Kampf für faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen.