McDonald’s nutzt seine Macht auf dem Immobilienmarkt zum Nachteil von Arbeitnehmern und Konsumenten

Dass McDonald’s der größte Franchise-Geber der Welt ist, dürfte den meisten Menschen bewusst sein. Wusstet ihr aber auch, dass das Unternehmen gleichzeitig eine der größten Immobilienfirmen weltweit ist? McDonald’s verdient über 50% mehr mit seinem Immobiliengeschäft als mit dem Verkauf von Burgern. Das Unternehmen kontrolliert den Großteil der Grundstücke und Gebäude, auf denen sich ihre 36.000 Fast-Food Restaurants befinden. Das führt zu einem enormen Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen auf Kosten seiner Franchise-Nehmer, deren Angestellten und letztlich auch den Konsumenten.

Franchise-Nehmer sind gezwungen, das Gebäude für ihr Restaurant von McDonald’s zu mieten. Den Standort ihres Restaurants bekommen sie allerdings erst nach einer einjährigen Ausbildung mitgeteilt. Sie zahlen nicht etwa den marktüblichen Mietsatz, sondern im europäischen Durchschnitt das dreifache der ortsüblichen Mieten. Die Miete zahlen die Franchise-Nehmer unabhängig von ihrem Umsatz, von dem McDonald’s zusätzlich etwas abbekommt. Obendrein sind Franchise-Nehmer für Instandhaltung oder Umgestaltung ihrer Restaurants (und somit den McDonald’s eigenen Gebäuden) verantwortlich. Dieser enorme Kostendruck wird direkt an die Mitarbeiter weitergegeben. Sie leiden häufig unter niedrigen Löhnen und unsicheren Arbeitsbedingungen.

Das wirkt sich auch auf die Kunden aus. Es gibt Hinweise darauf, dass die Qualität des angebotenen Services unter der Unterbesetzung der Mitarbeiterschaft leidet. Die Qualität der angebotenen Produkte mangelt daran, dass Franchise-Nehmer oft nicht in bessere Zutaten investieren können. Außerdem sind viele Produkte in Franchise-Läden, also 80% der Filialen weltweit, teurer, als in den von McDonald’s direkt betriebenen Restaurants.

Dadurch, dass McDonald’s viele Immobilien an strategisch wichtigen Punkten kontrolliert, haben andere Fast-Food Ketten oder individuelle Restaurants weniger Chancen, sich anzusiedeln. So haben Franchise-Nehmer kaum Alternativen, als mit McDonald’s zusammen zu arbeiten und Kunden weniger Auswahl, wo sie ihre Burger kaufen möchten.

McDonald’s nutzt seine marktbeherrschende Stellung zum Nachteil seiner Franchise-Nehmer, deren Angestellten und der Konsumenten. Die Europäische Kommission muss nun der Frage nachgehen, ob McDonald’s Immobiliengeschäft ein wettbewerbswidriges Verhalten darstellt.

Den gesamten Report der EFFAT und der SEIU findet ihr unter http://www.effat.org/sites/default/files/news/14541/mcll_030517.compressed.pdf

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  1. […] Bericht deutlich, über den ich an dieser Stelle bereits Berichtet habe. Den Artikel könnt ihr hier noch einmal nachlesen. Das Unternehmen kontrolliert den Großteil der Grundstücke und Gebäude, […]

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