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Gespräche in Washington – Wie verändert der technologische Wandel unsere Arbeitswelt

Von Mittwoch bis Freitag bin ich mit 6 anderen Abgeordnete aus dem Ausschuss Beschäftigung und Soziales zu Gesprächen in Washington D.C. in den USA. Ich leite die Gespräche mit unseren Partnern aus den USA. Wir konnten unter anderem Gespräche mit Joseph Stiglitz vereinbaren, den wir morgen in Washington treffen werden. Thema wird vor allem der technologische Fortschritt sein und wie sich unsere Arbeitswelt dadurch verändert. In Treffen mit Vertretern der größten Tech-Unternehmen wie AirBnB, Amazon, Google und Uber erörtern wir die Auswirkungen von Robotik und Künstlicher Intelligenz auf Beschäftigung und soziale Sicherheit. Dazu gibt es auch ein Zusammenkommen mit der Vorsitzenden der zweitgrößten US-Dienstleistungsgewerkschaft SEUI (Service employees International Union), Frau Mary Kay Henry, um die Strategien der US-Gewerkschaften unter der Trump-Administration kennenzulernen.

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Bitkom-Veranstaltung „Zukunft der Arbeit in Europa“

Gestern Abend habe ich an einer sehr spannenden Diskussion zum Thema „Die Zukunft der Arbeit in Europa“ teilgenommen. Die Bitkom hatte Vertreter aus der Politik und von digitalen Unternehmen eingeladen, um die Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung von verschiedenen Seiten aus zu beleuchten. Es ging um Fragen wie: Wie reagieren auf Wegfall und Veränderungen von klassischen Berufsbildern? Welche Maßnahmen müssen wir bei Aus- und Weiterbildung ergreifen? Sind dazu Anpassungen im Arbeitsrecht und beim Arbeitsschutz notwendig?

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir die Digitalisierung als Chance begreifen müssen. Das heißt aber nicht, dass wir alle bestehenden Regelungen über Bord werfen müssen. Wir haben beispielsweise eine Arbeitszeitrichtlinie, die die Arbeitnehmer vor Arbeitsüberlastung und chronischer Mehrarbeit schützt. Jetzt gibt es vermehrt den Wunsch nach mehr Flexibilisierung. Aber eine generelle Reform der Arbeitszeitrichtlinie würde keine zielgenauen Lösungen bringen. Die passgenauen Lösungen müssen in den jeweiligen Betriebe oder Branchen durch spezielle Vereinbarungen mit den Mitarbeitern gefunden werden. Damit müssen wir uns sicherlich noch genauer beschäftigen – aber den Arbeitsschutz brauchen wir deshalb nicht aufzuweichen.

Ein großes Anliegen ist mir allerdings, dass wir dem lebenslangen Lernen einen größeren Stellenwert zukommen lassen. Wir müssen sicherstellen, dass Menschen in der Lage sind, sich kontinuierlich weiterzubilden. Der technologische Fortschritt wird weiterhin dafür sorgen, dass sich Berufsbilder und Anforderungen fortwährend ändern. Wenn wir ein wirtschaftlich erfolgreiches Europa haben wollen, dann müssen wir dafür sorgen, dass Menschen durch die Digitalisierung nicht abgehängt werden.

„Arbeitswelt 4.0“: Mein Artikelbeitrag

Diese Woche hat die FEPS-Stiftung ein Buch zur „Arbeitswelt 4.0“ vorgestellt, in dem ich einen Artikel veröffentlicht habe.

Darin geht es um die Kernfrage, wie wir den digitalen Wandel sozial gerecht gestalten können. Wie können wir aus der fortschreitenden Digitalisierung den größtmöglichen Nutzen für alle Menschen erzielen? Die „digitale Revolution“ schafft veränderte Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Darum muss der Gesetzgeber aktiv werden und die gesetzlichen Rahmenbedienungen den gegebene Umständen anpassen.

Soziale Rechte für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Als beschäftigungspolitische Sprecherin der europäischen Sozialdemokraten ist es mein oberstes Ziel, für ArbeitnehmerInnen, die ihre Aufträge über Online-Plattformen erhalten, die gleichen sozialen Rechte durchzusetzen wie für traditionell „normale“ ArbeitnehmerInnen.

Mit großer Sorge sehe ich die aktuelle Entwicklung, dass immer mehr Berufstätige von Online-Plattformen, die global tätig sind, ungewollt in eine Schein-Selbstständigkeit gedrängt werden. Sprich, sie sind schlimmstenfalls von ihrem de facto Arbeitgeber nicht sozial- und krankenversichert und fallen zum Teil durch das Netz der sozialen Absicherung.

Digitale Bildung ist der Schlüssel für mehr Wettbewerbsfähigkeit

Darüber hinaus schaue ich mir ganz genau an, wie sich die Arbeitswelt für alle ArbeitnehmerInnen rasant verändert. Es gibt quasi kein Beruf mehr, der nicht von der digitalen Revolution betroffen ist. Wenn Europa also weiter so wettbewerbsfähig sein will wie bisher, muss es ganz stark in die Bildung der Menschen investieren. Zukünftig reicht es nicht mehr aus, unseren Kindern in der Schule nur Excel und Word beizubringen, sondern auch komplexere Themen wie Programme zu kodieren.

Ich bin fest davon überzeugt, dass uns eine digitalisierte Arbeitswelt auch viele Vorteile bringen kann. Aber automatisch wird das nicht passieren. Das müssen wir politisch begleiten und gestalten.

Weitere Informationen:

Das Buch (auf englisch) können Sie kostenlos online herunterladen unter http://www.feps-europe.eu/en/publications/details/417.

Weitere Informationen finden Sie auch direkt auf meiner Homepage.