Heute: „MeinLieblingsbild“ im Wilhelm-Hack-Museum

Ab 12 Uhr gab es, organisiert durch die SPD Ludwigshafen, Kurzführungen von Ludwigshafener Sozialdemokratinnen unter dem Thema „MeinLieblingsbild“ im Wilhelm-Hack-Museum. Diese Aktion sollte auf die Initiative der Ludwigshafener SPD hinweisen, die im Stadtrat durchgesetzt hatte, dass der Eintritt in das Museum am Samstag kostenfrei ist. Auch ich stellte mein Lieblingskunstwerk, die Miro-Wand, vor: Mir gefällt hier besonders, dass es ein Kunstwerk für alle ist. Ich finde es schön, wenn Kunst nicht nur im Museum, im abgeschlossenen Raum statt findet. Ich weiss, wie hoch die Hemmschwelle für viele ist, in ein Museum zu gehen. Das hat was mit Eintrittspreisen zu tun, aber viel mehr noch damit, dass Kunst leider viel zu oft als etwas abgehobenes gilt. Wer kein ausgewiesener Kulturbürger ist, ist oft verunsichert, wie man Kunst anschauen soll. Und genau das ist das Schöne an der Miro-Wand: Sie ist für alle, strahlt in den öffentlichen Raum.
Ein paar Hintergründe zur Wand und zur Entstehung:
Joan Miró „Miró-Wand“ – 1979
Das auffallendste und auch das größte Kunstwerk der Stadt und inzwischen sogar ihr Wahrzeichen – ist die monumentale Miró-Wand des Wilhelm-Hack-Museums an der Berliner Straße, die 1979 anlässlich der Eröffnung des Museums an der Südwestfassade installiert wurde. Sie ist die zwölfte von insgesamt 14 monumentalen Keramikwänden des spanischen Künstlers Joan Miró (1893 Barcelona – 1983 Palma de Mallorca) und wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Keramiker Joan Gardy Artigas realisiert.
Dieses Kunstwerk Joan Mirós misst 10 mal 55 Meter und ist das größte vom Künstler realisierte Werk. In der Komposition verwendete Miró die für seinen Spätstil charakteristischen Formelemente, die eine gewisse Orientierung an der Natur erkennen lassen. Der Farbklang der Miró-Wand aus den Grundfarben Rot, Blau und Gelb, zusammen mit Grün, Weißgrau und Schwarz, unterstützt den schwingenden, heiteren Rhythmus der Formen. Joan Miró gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Nach einer vom Surrealismus beeinflussten Phase entwickelte er seinen ganz eigenen, von amorphen und teils figurativen Elementen, von Zeichen und Chiffren bestimmten Stil. Das Fließende und Rhythmische seiner Kompositionen hat das hierarchische Kompositionsprinzip abgelöst zugunsten einer All-over-Struktur, die keine klaren Raumverhältnisse entwickelt, sondern stattdessen den Eindruck des Schwebens und von Schwerelosigkeit erweckt. Es sind 7.200 Kacheln und bei der Einfuhr aus Spanien war es ein Zoll-Problem zu klären, ob es sich um Badezimmerkacheln oder Kunst handelt. Für Kunst gilt nur der Steuersatz von 9% …. die Kunst hat gesiegt aber der Zöllner musste wohl überzeugt werden. Ich jedenfalls freue mich immer, wenn ich hier vorbei komme!

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