Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit in Ludwigshafen weiterhin viel zu hoch

Zur aktuellen Arbeitslosigkeitsstatistik erklärt die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin Jutta Steinruck:

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen erneut, dass der Kampf gegen Arbeitslosigkeit weit stärker in den Fokus der Stadtpolitik gehört. Insbesondere Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit sind in Ludwigshafen – gemessen an vergleichbaren Kommunen – viel zu hoch.

Die Stadt muss daher an allen Stellschrauben drehen und stärker Schwerpunkte setzen. Konkret heißt das zum Beispiel: Den Gedanken des „Vor-Ort-Gehens“, der schon hinter meinen 16 Stadtteilforen stand, auch auf die Arbeitsvermittlung zu übertragen. Deshalb möchte ich gezielt über die Stadt verteilt Job-Börsen einrichten, in denen die Bedürfnisse vor Ort besser zusammengebracht werden können als aus der Zentrale in der Berliner Straße heraus. Es darf nicht bei der Betreuung der Menschen von „A bis L“ oder „M bis Z“ bleiben – die Arbeitsvermittler müssen näher ran und konkreter wissen, wie die Stadtquartiere ticken, wo Mittelständler und Ladenbesitzer Leute suchen oder Initiativen wirken, die gestärkt werden sollten.

Auch beim Fordern und Fördern gilt es statt der „Gießkanne“ jeweils neue örtliche Schwerpunkte zu setzen. Erfahrungen aus Mannheim können hier Vorbild sein – genauso wie bei dem auch in Ludwigshafen notwendigen „jungen Jobcenter“, das sich gezielt um junge Erwachsene kümmert und durch schnelle Reaktion ein frühes Abgleiten in die Langzeitarbeitslosigkeit verhindert. Dass die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit vor unserer Haustür in Mannheim sitzt, muss für eine engere Kooperation genutzt werden – zum Beispiel auch für Bachelor- und Masterarbeitsprojekte, die bei den Strukturen vor Ort genauer hinschauen und helfen, passgenaue Lösungen zu entwicklen.

Neue Wege braucht Ludwigshafen auch in Sachen gemeinnütziger Beschäftigung: Denn während gerade Langzeitarbeitslose oft ohne sinnvolle Aufgabe auskommen müssen, bleiben viele öffentliche Aufgaben in der Stadt mangels ausreichender Mittel schlichtweg liegen. Ziel muss stattdessen sein, die Menschen im Zweifel für gemeinnützige Arbeit statt für Arbeitslosigkeit zu entlohnen – und damit auch der Stadtgesellschaft Gutes zu tun. Für entsprechend verbesserte gesetzlichen Rahmenbedingungen werde ich mich stark machen. Auch beim Einwerben von Fördermitteln gibt mir – gerade aus europäischer Erfahrung – für Ludwigshafen noch deutlich Luft nach oben.

Ob für all diese Ziele die aktuelle Struktur der gemeinsamen Arbeitsverwaltung von Stadt und Landkreis die richtige ist, muss auf den Prüfstand. Leitschnur und Ziel dabei sollte sein: Die Vermittlungsarbeit maßgeschneidert auf die Bedürfnisse vor Ort zu fokussieren.

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