Verleihung des Sacharow-Preises 2016

Heute hat im Europäischen Parlament in Straßburg die Verleihung des diesjährigen Sacharow-Preises stattgefunden.  Während einer feierlichen Sitzung wurden die jesidischen Menschenrechtsaktivistinnen Nadia Murad und Lamiya Aji Bashar für ihren Einsatz für die Rechte der religiösen Minderheit der Jesiden und ihren mutigen Kampf gegen die sexuelle Versklavung von Frauen durch Mitglieder des Islamischen Staates ausgezeichnet. Zu den weiteren Finalisten gehörten dieses Jahr der türkische Journalist Can Dündar und der langjährige Anführer der Krimtartaren Mustafa Dschemilew.

Die Gewinnerinnen

Nadia Murad und Lamiya Aji Bashar sind zwei von vielen tausend Opfern des systematischen Einsatzes von sexueller Gewalt durch den Islamischen Staat. Ihr Heimatdorf Kotscho im Irak wurde im August 2014 von der Terrormiliz überfallen. Alle jesidischen Männer und älteren Frauen wurden umgebracht, jüngere Frauen und Kinder entführt und versklavt. Die IS-Kämpfer missbrauchten sie und verkauften sie anschließend mehrfach als Sexsklavinnen weiter. Nadia gelang die Flucht vor ihren Peinigern im November 2014. Seitdem wurde sie zur Sonderbotschafterin des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung für die Würde der Überlebenden des Menschenhandels ernannt und hielt eine Rede vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zum Thema Menschenhandel. Lamiya konnte erst im April 2016 fliehen. Sie wurde auf der Flucht schwer durch eine Tretmine verletzt und verlor nahezu vollständig ihre Sehkraft. Beide Frauen leben zur Zeit in Deutschland und setzen sich unermüdlich für Aufklärungskampagnen zum Schicksal der Jesiden und verschiedene Initiativen gegen Menschenhandel ein.

Der Sacharow-Preis

Das Europäische Parlament führte den Preis 1988 zu Ehren des sowjetischen Atomphysikers Andrej Sacharow ein, welcher für sein Engagement als Regimekritiker den Friedensnobelpreis erhielt. Durch den mit 50.000 Euro dotierten Preis möchte das Parlament die Arbeit von Menschen und Organisationen würdigen und unterstützen, die sich für Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen.

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