Unfairer Wettbewerb in der Flugbranche

Wie ich an dieser Stelle bereits mehrfach betont habe, lässt sich Sozialdumping in vielen Bereichen der Wirtschaft ausmachen. Die lückenhafte europäische Gesetzgebung ermöglicht gegenwärtig die Trennung von Verwaltungs- und Geschäftssitz. Das wiederum ermöglicht die Umgehung von europäischen Sozial- und Beschäftigungsstandards. Es kommt zu einem Wettbewerb um die billigsten Einstellungsbedingungen und niedrigsten sozialen Absicherungen.

In der Flugbranche lässt sich diese Praxis besonders gut am Beispiel von Norwegian Air International (NAI) verdeutlichen: Das in Irland ansässige Unternehmen wird von Norwegen aus gesteuert. PilotInnen und FlugbegleiterInnen werden dabei über ein undurchsichtiges Geflecht aus Tochter- und Briefkastenfirmen rekrutiert. So greift NAI in diesem Bereich auf ein betrügerisches System aus Leiharbeit und Scheinwohnsitzen in Singapur und Thailand zurück. Der Europäischen Kommission ist diese Problem bekannt, trotzdem wurde NAI die Landeerlaubnis für europäische Flughäfen erteilt. Im Mai 2014 habe ich auf die Geschäftspraktiken von NAI vor der Europäischen Kommission aufmerksam gemacht. Inzwischen hat sich eine breite Allianz aus Mitgliedern des  Europäischen Parlaments, den Gewerkschaften und Sozialpartner gebildet, die der ausbeuterischen Praxis von NAI ein Ende bereiten wollen.

Wie dieses Vorgehen im Einzelnen aussehen kann verdeutlicht ein Trickfilm der European Transport Worker’s Federation (ETF). Den Film könnt ihr euch hier ansehen.

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